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Pädagogische Arbeit

Die Kindertagesstätten haben laut Kindertagesstättengesetz einen eigenen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag. Dieser Auftrag bildet die gesetzliche Grundlage unserer Arbeit. Da nicht alle Eltern über ein Kindertagesstättengesetz verfügen, haben wir hier § 4 (Ziele) wiedergegeben, damit sie sehen können, inwieweit diese Ziele bei unserer Arbeit umgesetzt werden.

Kindheit heute

In der heutigen inhaltlichen Kindergartenarbeit hat das Spiel einen großen Stellenwert. Wichtig ist es für uns hervorzuheben, dass jede Art von Spiel, so banal sie auch den Eltern erscheint, für ihr Kind einen wesentlichen Faktor für seine Entwicklung beinhaltet. Ihr Kind lernt spielerisch. Beim Spazierengehen (z.B. wie sieht mein nahes Umfeld aus), beim Ballspielen (z.B. wie muss ich werfen, damit mein Ball sein Ziel erreicht) oder auch beim Sandkastenspiel (z.B. wie fühlt sich Sand an, wie kann ich mit ihm am besten bauen), usw.

Durch das Spiel finden Lernprozesse statt, welche für die Entwicklung des Kindes notwendig sind, z.B. bauen die Kinder eine Burg aus Matsch. In diesem Spiel ist es mit all seinen Fähigkeiten aktiv:
„Es muss sich konzentrieren. Es handelt und beobachtet die Wirkungen seines Handelns, es entdeckt die Zusammenhänge, es erfährt die physikalischen Eigenschaften der Dinge, es erlebt das Miteinander mit anderen Spielkameraden und ist dadurch emotional und sozial gefordert.”
Alle Fähigkeiten, die in einem Spiel beansprucht und genutzt werden, übt es zugleich auch, z.B. Auge-Hand-Koordination, Feinmotorik, Kreativität. Im Freispiel (ohne Anleitung durch einen Erwachsenen) kann jedes einzelne Kind individuelle Erfahrungen sammeln, in dem es Eindrücke und aufgestaute Erlebnisse verarbeiten kann. Die Kinder nutzen die vielfältigen Chancen, belastende Situationen nachzuspielen, um sie zu verstehen. Sie können allein und mit anderen, mit oder ohne Spielmaterial ihrer Wahl, das Spiel räumlich und zeitlich bestimmen. 

Der Bildungsauftrag

In unsere pädagogische Arbeit setzten wir die Bildungsleitlinien des Landes Schleswig-Holstein um.
Bildung beginnt mit der Geburt. Von Anfang an setzen sich Kinder aktiv und neugierig mit der Welt auseinander und entwickeln nach und nach ein Verständnis von Zusammenhängen. Mit fortlaufendem Alter erweitern, differenzieren und erneuern sie ihr Bild von der Welt.
Für uns bedeutet dies die Förderung der kindlichen Kompetenzen in folgenden Bereichen:

Körper, Gesundheit, Ernährung und Bewegung
z.B. durch das Bewusstmachen des eigenen Körpers: Wo sind welche Körperteile? Wie bewege ich Arme und Beine gleichzeitig? Welche Berührungen empfinde ich als angenehm, welche nicht?
Dies passiert beispielsweise beim Rasierschaumbad, in den Psychomotorikeinheiten, beim Schwimmen, Massieren, im Bällebad und bei unseren täglichen Bewegungen und „Handlungsabläufen“ (Brotschmieren).
Die Bereiche Gesundheit und Ernährung werden durch unser Kinderrestaurant (Hexenkessel) lebenspraktisch verknüpft.

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Haupthaus Waschraum

Vor den Mahlzeiten gehen die Kinder zum Händewaschen und bekommen ein gesundes Buffet. Die Vermittlung der gesunden Ernährung ist unter anderem mit dem Projekt Tigerkids verbunden.

Sprache, Zeichnen / Schrift und Kommunikation
z.B. beim Spielen mit anderen Kindern: Was wollen wir spielen? Wie löse ich einen Konflikt? Zum eigenen Standpunkt stehen, Bilderbücher lesen. Das Interesse an Schrift wird durch die Beobachtung geweckt das Erwachsene auf diese Weise kommunizieren können. Kinder versuchen ihren Namen zu schreiben, Malen Buchstaben ab, Zeichnen die Einkaufszettel und kaufen danach ein usw.

Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Beschäftigt sich u.a. mit Zahlen, Mustern, Mengen, Logik, Tieren, Magnetismus und den Jahreszeiten. Bei uns erleben die Kinder diese Dinge täglich z.B. im Spiel von Memory, beim Abzählen der Kinder im Morgenkreis, beim Anziehen (Wie ist das Wetter? Wie ziehe ich mich warm genug an?)

Kultur, Gesellschaft und Politik
Unsere Kinder sind in viele Entscheidungsprozesse einbezogen, so lernen sie Partizipation und dass sie mit ihren Entscheidungen etwas „bewegen“ können. Durch unsere Vielfalt in der Zusammensetzung der Kinder und des Personals, erleben wir kulturelle Abläufe und Riten, wie z.B. Gebräuche, Feste, Tänze und Sprachen.

Religion, Philosophie und Ethik
Durch die kindlichen Impulse greifen wir Themen wie z.B. verschiedene Religionen, Tod, Respekt, Sinnfragen, gesellschaftliche Regeln und Verantwortung für sich und andere auf. Wir feiern und besprechen Feste wie Weihnachten und Ostern. Diese Aufarbeitung passiert u.a. durch Gespräche, Lieder und Bilderbücher.

Musisch-ästhetische Bildung und Medien
In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien drücken Kinder ihre Gedanken, Ideen und Gefühle aus. Sie verleihen den Dingen, die sie beobachten in vielfältiger Weise Gestalt, z.B. Malen und gestalten ihres Körperumrisses, Figuren aus Pappmache herstellen oder Basteln und Kleben mit verschieden Materialien.
Im Singkreis, beim Spielen mit Instrumenten, im Kindermusical, beim Theaterspielen und beim Tanzen erweitern die Kinder ihre Fähigkeiten mit der Musik und dem Rhythmus umzugehen. Sie verändern und differenzieren dabei ihre Wahrnehmung und Ausdrucksweisen.

Ganzheitliches Lernen bedeutet:

• Mit Freude und Neugier forschen und entdecken
• Mit allen Sinnen die Welt wahrnehmen und begreifen
• Eigene und konkrete Erfahrungen machen
• Bewegungsfreiräume schaffen und Raum und Zeit bewegt erfahren
• Ins Gleichgewicht mit sich und der Umwelt gelangen
• Konzentration und Entspannung fördern
• Denkstrukturen entwickeln, hirngerecht und vernetzt lernen
• Individualität und differenziertes Lernen fördern
• Geeignete Inhalte und entsprechendes Material anbieten
• Partnerschaft, Eigen- und Mitverantwortung entwickeln. 

Inklusion  

Inklusion bedeutet ein erweitertes Verständnis von Integration bezogen auf alle Menschen. Eine inklusive Einrichtung geht davon aus, dass es normal ist verschieden zu sein. Das heißt, dass nicht die Minderheit in die Mehrheit integriert werden muss, sondern dass jeder das gleiche Recht auf Verschiedenheit hat. Es gibt keine Kategorisierung nach bestimmten Merkmalen. Für uns ist jeder Mensch gleichwertig aber nicht gleichartig.
Der inklusive Prozess ist immer in Bewegung, er ist nicht auf die Räumlichkeiten der Einrichtung beschränkt, sondern ist eine (innere) Haltung des Menschen, die sich in der Kultur des Umgangs miteinander widerspiegelt und durch die am Prozess beteiligten Personen weitergetragen werden kann. Dies kann nur durch gegenseitige Akzeptanz entstehen, mit dem Recht auf Partizipation.

Partizipation

In unserem Haus wird Partizipation gelebt. Dies bedeutet, dass die Kinder das Recht haben mitzusprechen, teilzunehmen und abzustimmen, und von den Erwachsenen begleitet und unterstützt werden. Auch Äußerungen von Kindern, die sich nicht aktiv sprachlich mitteilen können werden wahrgenommen. Wir setzen voraus, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten zu respektieren und ernst zu nehmen sind. So werden Themen im Morgenkreis auch durch die Kinder vorgegeben, gesammelt und besprochen. Auch nehmen wir für die Kinder aktuell wichtige Themen wahr, greifen sie auf und ändern gegebenenfalls den Tagesablauf. Als feste Institution haben wir einen Kinderrat, der sich aus Gruppensprechern, aller Bezugsgruppen zusammensetzt. Regelmäßig trifft sich der Kinderrat mit den 2 Vertrauens-Erziehern, die durch die Kinder gewählt werden. Hier werden Dinge, die die gesamte Einrichtung betreffen mit Kindern und den Erziehern aufgegriffen, diskutiert und besprochen. Zum Beispiel der Tagesablauf mit seinen Angeboten und Projekten, das Erstellen eines Kinderfragebogens, die Anschaffung von neuem Spielzeug, Themen für Feste und noch vieles mehr. Die Kinder des Kinderrats tragen die Ergebnisse dann in ihre Bezugsgruppen.
Da Bildung in der Kindheit von uns in erster Linie als Selbstbildung begriffen wird und Bildung voraussetzt, dass Kinder die Erfahrung machen in ihren eigenen Angelegenheiten ernst genommen zu werden, wird klar, dass wir Partizipation als wesentlichen Faktor von Bildungsförderung sehen. Bildung ist ohne Beteiligung der Kinder (und die Einbindung ihrer Eltern) nicht möglich.
Partizipation erleben Kinder in den Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern und in strukturell verankerten Beteiligungsmöglichkeiten unserer Kindertagesstätte. Die Beteiligung ist in unserer Verfassung verankert.

In unserer Kita gibt es folgende Kinder-Beteiligungsorgane:

Kindervollversammlung:
Großer Morgenkreis, der 1x pro Woche mit allen Kindern und Mitarbeitern stattfindet.

Kinderrat:
Der Kinderrat trifft sich 2x im Monat mit den gewählten Kinderratserziehern. Die Leitung nimmt sich Zeit dafür. Die Kinder des Kinderrats werden in den Bezugsgruppen von den Kindern gewählt. Sie sind die Gruppensprecher.

Gruppensprecher:
Jede Bezugsgruppe wählt einen Gruppensprecher als Mitglied des Kinderrats und einen Vertreter.

Gruppenbesprechungen:
Die Gruppenbesprechungen finden täglich in den jeweiligen Bezugsgruppen statt.