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Bildung als gemeinsame Aufgabe

Zusammenarbeit mit den Familien

Da wir ganzheitlich arbeiten, sind wir bestrebt, dass die Kinder die Erfahrungen und das Wissen, das sie mit nach Hause nehmen, auch in ihrer familiären Lebenswelt entfalten können. Deshalb ist uns ein guter Kontakt zu den Familien sehr wichtig.

Wir informieren sie über die Methoden und Inhalte unserer Arbeit, sie haben die Möglichkeit, einen Vormittag mit uns und den Kindern im Wald zu verbringen, es besteht jederzeit die Möglichkeit für ein Gespräch. Bei häuslichen Problemen stehen wir als Gesprächspartner zur Verfügung und versuchen, Lösungen aufzuzeigen. Auf Wunsch besuchen wir Eltern und Kinder zu Hause.

Zusammenarbeit mit der Schule

Es findet im Frühjahr für jedes Kind ein Entwicklungsgespräch mit den Eltern statt, an dem beide Fachkräfte der Waldgruppe teilnehmen. Basierend auf das Entwicklungsgespräch wird für jedes Kind was zum Sommer in die Schule wechselt, ein Entwicklungsbericht welcher die Stärken des Kindes aufzeigt, an die jeweilige Schule geschickt.

Auch bekommt jedes zukünftige Schulkind die Möglichkeit mit unserer Einrichtung seine zukünftige Schule in Bad Segeberg einen Vormittag zu besuchen und schon mal in den Unterricht zu schnuppern. Für Schulkinder die nicht in Bad Segeberg zur Schule kommen, arrangieren wir gerne ein Termin in ihrer Schule, damit auch diese Kinder einen kleinen Einblick von dem bekommen was sie erwartet.

Nachhaltigkeit

Eine wichtige Aufgabe sehen wir darin, Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Grundvoraussetzung für unsere Tätigkeit im Wald in eine Haltung von Wertschätzung und Akzeptanz für unsere natürliche Umgebung.

In der Nachahmung des gelebten Vorbildes kommen die Füchse in eine zukunfterhaltende Handlungsfähigkeit. Durch die Entwicklung der Phantasiekräfte, des Spiels und des Handwerks führt dieser Ansatz zu einer zukunftorientierten Erlebnisfähigkeit der Kinder. Erst der ständig wiederholte Zugriff auf die Vielfalt der natürlichen Phänomene weckt Staunen, Begeisterung und den Wunsch in der Natur mit der Natur tätig zu sein. Umwelt und Pädagogik werden zur gelebten Einheit verbunden.

Wir haben Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge und eine Empfindung der Bedeutung und Eigenwertigkeit der Naturphänomene. Diese Verbindung von Kenntnis und Empfindung führt unserer Meinung nach zu Übernahme der Verantwortung sowohl für die bestehende als auch für die zukünftige Natur. Eine Fachkraft ist ausgebildeter Naturspielpädagoge und eine sozialpädagogische Assistentin.

Lebensweltorientierung

Durch den regen Kontakt zu den Familien unserer Kinder haben wir einen genauen Einblick in die Lebenswelt der Füchse außerhalb der gemeinsam verbrachten Zeit im Wald. Die Eltern verbringen im Laufe des Kindergartenjahres einen Vormittag bei uns im Wald, hier führen wir Elterngespräche, verschaffen den Eltern einen Einblick in unsere Arbeit und sie können sich ein Bild davon machen, wie ihr Kind im Wald die Zeit verbringt. Auf Wunsch bieten wir auch Hausbesuche an.

Bei unserem gemeinsamen Frühstück am Lagerfeuer findet sich viel Zeit, um sich über persönliche Angelegenheiten auszutauschen, so dass wir alle über Erlebnisse und Aktivitäten der Füchse bestens informiert sind. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht und über Befindlichkeiten geredet.

Partizipation

Wir verstehen die Fuchs-Gruppe als eine Gemeinschaft von Menschen, die bei Wind und Wetter täglich im Wald zusammenkommen, um gemeinsam einen erlebnisreichen Vormittag zu verbringen.

Morgen- und Abschlusskreis wie auch das gemeinsame Frühstück sind feste Bestandteile unseres Vormittags. Ausflüge und Wanderungen in andere Waldgebiete, sowie eine Übernachtungsfahrt unterstützen unseren gemeinschaftlichen Charakter. Feiern mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden gehören in den Jahreszeitenverlauf der Füchse.

Jeden Donnerstag vor dem Frühstück halten wir unseren Fuchs-Rat ab. Im Fuchs-Rat wird über alles gesprochen, was die Gruppe betrifft. Hier werden Vorschläge für weitere Aktivitäten gesammelt. Konflikte ausgetragen, gemeckert, gelobt und Gefühle geäußert. Es spricht nur derjenige, der den Redestab in der Hand hält, alle anderen hören zu. Vorschläge von Seiten der Kinder versuchen wir nach Abwägung der Realisierbarkeit in den kommenden Tagen oder Wochen zu verwirklichen. Sind sie nicht zu realisieren, erklären wir es den Kindern. Im Fuchs-Rat werden auch Regeln unseres gemeinschaftlichen Lebens auf ihren Sinn und Zweck hin überprüft und diskutiert. So kann es vorkommen, dass wir bestehende Regeln ändern oder ganz aufheben. Gelebte Demokratie heißt aber nicht, dass jede Regel zur Diskussion gestellt wird: Regeln, die unsere Verantwortung, z.B. Aufsichtspflicht, gegenüber den Kindern betreffen, werden von uns festgelegt und stehen nicht zur Debatte.

Genderbewusstsein

Die Fuchs-Kinder haben den großen Vorteil, dass sie von einer Frau und einem Mann betreut werden. In unserer eignen Lebenseinstellung existieren keine reinen männlichen oder weiblichen Arbeitsmethoden bzw. –strukturen. Wir leben emanzipiert: Mit Hammer und Säge zu arbeiten, Feuerholz spalten ist bei uns keine Männersache, eingenässten Kindern zu trocknen Kleidern zu verhelfen ist keine Frauensache.

Im Fuchs-Wald gibt es keine Puppenecke und keinen Bauteppich. Unsere Beschäftigungsmaterialien wie z.B. Pferdeleinen, Schnitzmesser, Werkzeug und Malstifte werden von Jungen und Mädchen gleichermaßen genutzt. Natürlich beobachten wir im Freispiel, dass sich zu Teil Mädchen anders beschäftigen als Jungen. Überschneidungen beider Spielwelten sind eine Bereicherung für das jeweilig andere Geschlecht, auch wenn diese nicht immer konfliktfrei ablaufen.

In unseren gemeinsamen Kreis-, Fang- und Tobspielen achten wir darauf, dass bei jedem Wechsel der Spielrolle ein Junge ein Mädchen aussucht oder umgekehrt.

In unseren Projekten zu jeweiligen Naturprozess schlüpfen wir Erwachsenen in bestimmte Rollen, wie z.B. Waldfee, Professoren, Schwarzspecht oder Stiefmütterchen. Die Vergabe der Rollen geschieht nicht geschlechtsspezifisch.

Interkulturalität

Wir achten die Originalität jedes Kindes. Wir interessieren uns für seine bisherige Lebensgeschichte, den momentanen Lebenshintergrund und sind aufgeschlossen und neugierig auf unterschiedliche Kulturen. Kinder mit Migrationshintergrund sind bei uns willkommen, denn das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturformen, Religionen und gelebter Rituale ist spannend zu erleben, empfinden wie als Bereicherung in unserem täglichen Leben und kann der gegenseitigen Toleranz in unserer Gesellschaft nur dienlich sein.

Förderung und Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen

Jedes Kind hat bei uns einen Anspruch auf seine eigene Entwicklungszeit. Wir nehmen die Stärken und Schwächen eines uns anvertrauten Kindes wahr und fördern es in seinem Selbstbewusstsein, indem wir es in erster Linie auf seine Stärken hin ansprechen.

Fühlt ein Kind sich erst einmal in sich gestärkt, kann es auch an seine Schwächen arbeiten und von uns gefördert und gefordert werden. Traut sich ein Kind von einem Tag auf den anderen z.B. im Kreisspiel eine bisher abgelehnte Aufgabe zu übernehmen, wird es von der ganzen Gruppe durch Lob bestärkt. Das Hervorheben eines auch noch so kleinen Entwicklungsschrittes vor der Gruppe ist uns sehr wichtig.

Selbstkompetenz

Die Entwicklung von Selbstkompetenz, also die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln, findet bei uns in erster Linie in unserer Freispielphase statt. Hier entscheidet jedes Kind für sich selbst, was, wie und mit wem es spielen möchte. Im Rollenspiel, die häufigste gemeinsame Spielart der Füchse, kann sich jeder mit seinen Spielideen und Aktivitäten einbringen. Je nach Rollenspielthema spielt ein Kind eine über- oder untergeordnete Rolle. Kein Kind wird auf Dauer eine untergeordnete Rolle für sich akzeptieren und entwickelt Strategien, um seiner Spielrolle eine anderen Stellenwert zu geben. Dies verläuft nicht immer konfliktfrei. Auf Wunsch der Kinder werden mit uns gemeinsam Konfliktlösungsstrategien überlegt und praktiziert.

Das Spielen mit Naturmaterialien fördert die individuelle Kreativität jedes Kindes. Gerade im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, lernen die Kinder für sich zu experimentieren, zu tüfteln und zu erfinden. Sie sind große Entdecker, den sie sind der Mutter Erde viel näher als wir und haben einen Blick für das Kleine, Unscheinbare. Wir freuen uns mit ihnen, wenn sie wieder einmal vor uns etwas entdeckt haben. Nur wenn Kinder sich als kompetent erleben, können sie Selbstvertrauen und Leistungsbereitschaft entwickeln.

Da sich in unserem Häuschen eine Beschäftigungsmaterialen, wie z.B. Schnitzmesser, Malstifte, Bestimmungsbücher, Werkzeuge und Verkleidungsutensilien befinden, haben die Füchse die Möglichkeit, sich kreativ, gestalterisch zu erproben.

Sozialkompetenz

Wir leben in einer Gemeinschaft, die auf gegenseitige Achtung, Toleranz und Anerkennung jedes einzelnen Gruppenmitgliedes baut. Wir praktizieren auf der Basis der Nächstenliebe folgendes Motto: Was du nicht willst, was ein anderer mit dir tut, das tue auch keinem anderen an.

Im Zusammenleben und im gemeinsamen Spiel bewältigen die Füchse gemeinsam Aufgaben, lernen, mit anderen zu kooperieren, nach Lösungen für Probleme zu suchen (Fuchs-Rat), sich gegenseitig zu helfen, Verantwortung für eine gemeinsame Sache (Projektarbeit) zu übernehmen. Wir lernen, konstruktiv Kritik zu üben und anzunehmen, Schwächeren zu helfen und sich in andere einzufühlen.

Lernkompetenz

Unserer Auffassung nach befinden sich Menschen während ihres gesamten Lebens in einer Lernphase. Wir erklären uns den Kindern gegenüber nicht als allwissend. In der Entwicklung unserer Projektarbeit zu jeweiligen Naturprozess und unter Berücksichtigung spezieller Gruppengeschehnisse lassen wir bewusst einen Freiraum für die Ideen und Lösungsvorschläge der Kinder. Die Umsetzung dieser Lösungsvorschläge ist immer wieder spannend und verhilft uns zu einer kreativen Arbeit. Wir lernen gerne mit unseren Kinder.